3. November 2018: Stellung nehmen und begründen ;-)


21. Oktober 2018: Erkenntnisse (Karikatur)


8. Oktober 2018: Das Konzert in Chemnitz gegen Hass und Gewalt (Karikatur)


18. September 2018:  ................... haben kurze Beine (Karikatur)


12. September 2018

 

Immer locker und flockig bleiben

 

Nach einer Weile „geschieht“ etwas

 

Am Anfang der Neunziger ging bei einer Familienfeier ein Buch mit „magischen Bildern“ herum, in denen sich jeweils verschiedene Motive verbargen. Der Clou war hierbei, dass die versteckten 3D-Effekte ganz ohne Brille herausgefunden werden konnten. Wer es nämlich durch unterschiedliche Methoden des Sehens vermochte, die unglaublichen 3D-Darstellungen aus den wirren Farbmustern herauszulösen, staunte nicht schlecht. Einige versuchten sogar mit dem Finger, in diese fantastischen 3D-Welten hinein zu tippen, die sich aus den Seiten herauskristallisierten. Bald hatte es die ganze Familie geschafft; nur ich bekam keinen „Durchblick“ und konnte deswegen mit der allgemeinen Begeisterung auch gar nichts anfangen. Dabei versuchte ich wirklich alles und zog mich sogar entnervt in ein stilles Zimmer zurück. Es brachte alles nichts; ich erntete nur Spott und bekam zur Krönung noch den Tipp, ich solle doch mal „locker und flockig“ bleiben, alles Weitere würde sich von ganz allein ergeben. Das tat es aber nicht; im Vergleich zu meinen Lieben, die locker-flockig als Wildschnee umherwirbelten, fühlte ich mich eher wie ein tiefgefrorener Eiszapfen.

 

Es dauerte ein paar Jahre, als ich zufällig wieder auf jenes Büchlein stieß. Und obwohl ich es gar nicht darauf anlegte, „geschah“ etwas nach einer kurzen Betrachtung der Titelseite! Erst verschwammen die Farben etwas und gingen ineinander über, dann bildete sich aus diesem Mischmasch tatsächlich ein kleiner dreidimensionaler Abschnitt heraus und übertrug sich plötzlich auf das ganze Bild. Und jetzt, da meine Augen richtig „eingestellt“ waren, blätterte ich Seite für Seite um und konnte die ganzen Motive ziemlich schnell erkennen.

 

Diese Methode des Ausblendenkönnens von Vordergründigem, um Verborgenes zu erkennen, erfreut sich heute – dem Vernehmen nach –  wieder größerer Beliebtheit. Nur braucht es dafür keine bebilderten Bücher mehr mit versteckten Motiven, dafür nur etwas Erfahrung mit den Medien. Eine ständig wachsende Zahl von Menschen berichtet davon, dass ihnen dies täglich beim Zeitunglesen oder Nachrichtenschauen widerfährt; es sei jedoch am Anfang nicht ganz einfach, mit dieser neuen Klarheit und vor allem mit den daraus resultierenden Erkenntnissen umzugehen. Die Betroffenen schildern überaus glaubhaft, wie sie mittlerweile „locker-flockig“ durch Geschriebenes oder Gezeigtes hindurchschauen und jedes ablenkende Grundrauschen vollständig ausschalten können. Ein erstes Anzeichen für diese Art des Durchblickens ist ihrer Beobachtung nach eine seltsame Vermischung und Verwirbelung von ganzen Zeilen oder Abschnitten auf einer Zeitungsseite. Später verschwimmen die ganzen Klebers, Slomkas und Miosgas auf der Mattscheibe. Wer diese sich nun weiter auflösen und letzten Endes sogar mit ihrer Studioumgebung ganz und gar verschmelzen sieht, dem soll sich augenblicklich eine ganz eigene Welt erschließen, aus der es kein Zurück mehr gibt.

 


26. August 2018: Boomende Branche - Die Begriffsvernebelungsindustrie (Karikatur)


4. August 2018: Jean-Claude Juncker (Karikatur)


28. Juli 2018: Abrissbirnen (Karikatur)


24. Juli 2018 (Satire)

 

Jean-Claude Juncker ist ein Alkoholiker

 

Den Beweis erbringt er selbst

 

Das Thema „Europäische Union“ ist ein staubtrockener Pflichtbereich im Sozialkundeunterricht an deutschen Schulen. Das Abfragen von auswendig Gelerntem am Ende der Unterrichtseinheit gehört dabei ebenso zum Alltag der Schüler wie die Tatsache, dass bereits 14 Tage später wieder alles vergessen ist. Die Europäische Kommission beispielsweise, so heißt es dann in Schulbüchern, sei die „Regierung der EU“, zu der 28 Politiker – je einer aus jedem Mitgliedsland und der Präsident – gehören. Diese darf Gesetze vorschlagen und überwacht zudem, ob alle Gesetze eingehalten werden und das Geld der EU „richtig“ ausgegeben wird. Soweit die Theorie. Volle Punkte müssten jedoch verteilt werden, wenn ein Schüler kurz und knackig schriebe, dass die „Europäische Kommission“ nichts anderes ist, als die Hüterin (und vor allem Vollstreckerin) all der ganzen Maßnahmen, die sich ausschließlich gegen die natürlichen Interessen der europäischen Völker richten. Ihr großer Präsident, Jean-Claude Juncker, verriet im Spiegel bereits im Jahr 1999, wie er diese perfiden Ziele durchdrückt: „Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

 

Obwohl die Mitglieder der Kommission über unglaublich viel Macht verfügen und für ihr Treiben natürlich fürstlich entlohnt werden, zahlen sie dennoch einen hohen Preis. Sie wissen nämlich ganz genau, dass nur die größten Charakterschweine eines Volkes dieses in einem solchen Umfang verraten können. Trotzdem müssen sie jeden Morgen in den Spiegel schauen. Und dann, für einen kurzen Moment nur, flackert wohl selbst bei den Brüsseler Göttern etwas auf, was man bei Normalsterblichen als „Gewissen“ bezeichnet. Gerade Göttervater Juncker scheint gerade diesen kurzen Blick ins eigene Innere ohne Alkohol und seine betäubende Wirkung nicht mehr ertragen zu können.

 

Im Internet kursieren Videos, die den schweren Vorwurf des Alkoholmissbrauchs untermauern und an Peinlichkeit kaum zu überbieten sind. Die europäischen Staatschefs wenden sich, ihrer Mimik und Gestik nach zu urteilen, mittlerweile vollständig vom derzeitigen Kommissionspräsidenten ab. Wie aus gut unterrichteten Kreisen durchgesickert ist, will Alexis Tsipras beispielsweise Jean-Claude Juncker das nächste Mal auf offener Bühne den „Arm umdrehen und – wenn es nötig wird – brechen“, wenn er nochmal meint, ihn am Patschehändchen abführen zu müssen. „Diktator“ Orban ist allem Anschein nach bereits so weit, dass er im Falle einer erneuten Ohrfeige dem „elenden Säufer Juncker voll eine aufs Maul hauen“ würde. Ganz besonders ekelt sich jedoch Sebastian Kurz vor der „feuchten Fresse“ Junckers. Denn Kurz hat nach diversen Annäherungsversuchen große Angst und oft die Bilder sich abknutschender Ostblock-Apparatschiks im Hinterkopf. „Ich ertrage zwar viel und kenne meine Aufgaben, aber wenn mir dieser widerliche Typ jemals seine fiese Zunge in den Hals stecken sollte, dann beiße ich sie ihm ab und spucke sie vor aller Welt aus!“, soll der österreichische Bundeskanzler im kleinen Kreis in aller Deutlichkeit gesagt haben.  

 

Es wird also ernst für Jean-Claude Juncker. Nur wäre er nicht Kommissionspräsident, wenn er für solche Lebenslagen keine Lösung hätte. „Wenn es ernst wird, muss man lügen“, so lautete der Ratschlag Junckers nach einem der vielen „Geheimtreffen“ zu Griechenland im Jahr 2011. Und hätte er dieser Tage besser den Baume des Schweigens aufgesucht und eben nicht lautstark behauptet, er sei niemals betrunken und habe „Ischias“, dann würde ihn dies vielleicht noch eine Weile länger im Amt halten. Doch seine eigene Logik überführt ihn, denn wenn er als notorischer Lügner ausführt, er sei kein Trinker und hätte nun einmal „Rücken“, dann müssen wir einfach - wohl oder übel - das Gegenteil seiner Aussagen imaginieren. Der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ist tatsächlich ein Alkoholiker! Alle wissen es und keiner erbarmt oder traut sich, diesen schwerkranken Mann aus der Schusslinie zu nehmen. Deswegen stellt sich in Schulklassen, Lehrerkollegien und Elternhäusern immer häufiger die Frage, warum denn Schüler etwas über ein einflussreiches EU-Organ lernen sollen, dessen Präsident nachweislich ein widerlicher Lügner und extremer Säufer ist.

 


9. Juli 2018: Polizeiprioritäten in Hamburg


27. Juni 2018


15. Juni 2018: Karikatur "Wirtschaftsstandort D"


4. Juni 2018: Karikatur "Prokrustes"



10. Mai 2018: (Karikatur) Politik - Das Vertrauen ist zurück!


2. Mai 2018: Karikatur MIK (Militärisch-Industrieller Komplex)


17. Beitrag vom 11. April 2018: "Wir"


11. März: Karikatur "Das Radfahrer-Syndrom grassiert in Deutschland!"


23. Februar 2018 (Satire)

 

Landauer Arbeitseinheit behält SPD im Blick

 

Folgt einer „Welle des Verstehens“ noch eine der Begeisterung?

 

Auf der Homepage der Universität Koblenz-Landau, Abteilung Politikwissenschaft, ist zu lesen, dass sich sechs Wissenschaftler und zahlreiche studentische Hilfskräfte in der Arbeitseinheit „Politische Kommunikation“ schwerpunktmäßig „mit den Inhalten und der Wirkung politischer Kommunikation auf die politische Urteilsbildung und das politische Verhalten“ beschäftigen. Den Schwerpunkt legten sie dabei in den letzten Monaten auf die Untersuchung der SPD und wollen diese Partei im Jahr 2018 und darüber hinaus weiterhin im Blick behalten. Genauer gesagt geht es um die Grundsatzfrage, ob die politische Kommunikation der SPD-Führungsebene nach Bekanntwerden des Bundestagswahlergebnisses im Jahr 2017 einen signifikanten Einfluss auf die Urteilsbildung und das Verhalten der Parteitagsdelegierten, der SPD-Mitglieder und – zukünftig – der Wählerinnen und Wähler aufweist.

 

1. Aufgabe: „1984“ lesen und verstehen

 

Im ersten Schritt wurden die Studenten der Fachrichtung „Politikwissenschaft“ aufgefordert, den Roman „1984“ von George Orwell zu lesen. Anschließend bekamen diese den folgenden Textausschnitt ausgehändigt mit der Aufforderung, schriftlich Stellung zu beziehen, ob die Vorgehensweise der Partei und vor allem die allgemeinen Reaktionen der Menge darauf in der heutigen Zeit – mit ihren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen – denkbar wären:

 

„Am sechsten Tag der Haßwoche, nach den Umzügen, den Reden, dem Geschrei, dem Gesinge, den Transparenten, den Plakaten, den Filmen, den Wachfigurentableaux, dem Trommelgedröhn und Trompetengeschmetter, dem Stampfen der Marschkolonnen, dem Mahlen der Panzerketten, dem Donner der Flugzeugstaffeln, dem Brüllen der Geschütze – nach sechs solchen Tagen, als der mächtige Orgasmus seinem Höhepunkt entgegenbebte und der allgemeine Haß auf Eurasien sich in ein solches Delirium gesteigert hatte, daß die Massen, wenn ihnen die zweitausend eurasischen Kriegsgefangenen, die am letzten Tag der Prozedur öffentlich gehängt werden sollten, in die Hände gefallen wären, sie fraglos in Stücke gerissen hätten -, genau in diesem Moment also war bekanntgemacht worden, daß sich Ozeanien keineswegs mit Eurasien im Krieg befand. Ozeanien befand sich im Krieg mit Ostasien. Eurasien war ein Verbündeter. Natürlich hatte man nicht zugegeben, daß eine Veränderung eingetreten war. Es wurde nur urplötzlich und überall zugleich bekannt, daß Ostasien und nicht Eurasien der Feind war. (…)

Auf einem scharlachrot drapierten Podium hielt ein Redner der Inneren Partei, ein kleiner hagerer Mensch mit unverhältnismäßig langen Armen und einem riesigen kahlen Schädel, auf dem ein paar spillerige Haarsträhnen vegetierten, eine bombastische Ansprache an die Menge. Die kleine haßverzerrte Rumpelstilzchengestalt umkrallte mit einer Hand das Mikrofon, während sich die andere, riesenhaft am Ende eines knochigen Arms, drohend wie eine Klaue in die Luft reckte. Seine durch die Verstärker metallisch gefärbte Stimme schmetterte einen endlosen Katalog von Greueltaten, Massakern, Deportationen, Plünderungen, Vergewaltigungen, Gefangenenfolterungen, Lügenpropaganda, ungerechtfertigten Aggressionen, Vertragsbrüchen. Es war fast unmöglich, ihm zuzuhören, ohne zunächst überzeugt zu sein und dann vor Wut zu rasen. Alle paar Augenblicke kochte der Volkszorn über, und die Stimme des Redners ertrank in wildem tierischen Gebrüll, das zügellos aus tausend Kehlen brach. Das wüsteste Geschrei veranstalteten die Schulkinder. Die Rede mochte zwanzig Minuten gedauert haben, als ein Bote auf das Podium hastete und dem Sprecher einen Zettel zusteckte. Er entfaltete ihn und las, ohne seine Rede zu unterbrechen. Weder an seiner Stimme noch an seinem Gebaren, noch am Inhalt seiner Worte änderte sich etwas, doch auf einmal lauteten die Namen anders. Ohne daß nur ein Wort gefallen wäre, durchlief die Menge eine Welle des Verstehens. Ozeanien befand sich im Krieg mit Ostasien!“

 

Nach der Auswertung aller abgegebenen Blätter und in der anschließenden Diskussion wurde der Arbeitseinheit schnell klar, dass die modernen Studenten von heute einer Partei keineswegs eine derartige Volte würden durchgehen lassen. Nur eine Studentin wies auf Winston Smith's Geliebte Julia hin, die sich trotz ihrer totalen Abneigung der Partei gegenüber ebenfalls nicht daran erinnerte, dass vor vier Jahren schon einmal der Kriegsgegner gewechselt hatte, damals von Ostasien nach Eurasien. „Allerdings“, so bemerkte die junge Frau, „waren die medialen Verhältnisse in der Dystopie ‚1984‘ natürlich ganz andere. Im Gegensatz zu heute wurden dort nämlich unbequeme Fakten und Daten vom ‚Ministerium für Wahrheit‘ manipuliert oder ganz gelöscht. Das ist jetzt völlig anders, denn das Internet vergisst nie!“ Einig waren sich alle Beteiligten über die Leistung des Redners der Inneren Partei, der von einer zur anderen Sekunde umzuswitchen – hin zu einer neuverordneten Wahrheit – vermochte. Bei einigen Studenten, das gaben sie unumwunden zu, löste die Abgebrühtheit dieses Mannes ein unbehagliches Frösteln aus. Beendet wurde das Seminar mit einem Zitat aus dem Roman, das die Leistung des Agitators ebenfalls herausstellt: „Rückblickend beeindruckte es Winston, daß der Sprecher tatsächlich mitten im Satz umgeschaltet hatte, und das nicht nur, ohne zu stocken, sondern auch ohne jeden Verstoß gegen die Syntax.“

 

2. Aufgabe: Zitate der SPD-Führungsriege zeitlich zuordnen

 

Im zweiten Schritt wurden die Studenten dazu aufgefordert, sich vom Kriegsgetrommel der Dystopie „1984“ zu lösen und auf die aktuellen politischen Geschehnisse gedanklich überzuwechseln. Sie sollten nun verschiedene Aussagen von SPD-Politikern zeitlich passend zuordnen. Folgende Ergebnisse stellten sich dabei als richtig heraus:

 

(19. März 2017) Martin Schulz wird mit 100 Prozent der Stimmen zum Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten gewählt: „Ich glaube, dass dieses Ergebnis der Auftakt zur Eroberung des Kanzleramtes ist.“

 

(13. August 2017) Martin Schulz: „Ich hab' nix gegen 'ne große Koalition unter meiner Führung. Wenn dann die CDU als Juniorpartner eintreten will, soll'n sie sich das überlegen.“

 

(September 2017) Martin Schulz: „Ich trete an, um Angela Merkel abzulösen.“

 

(24. September 2017) Martin Schulz: „Mit dem heutigen Abend endet die Zusammenarbeit mit CDU und CSU. Es ist völlig klar, dass der Wählerauftrag an uns der der Opposition ist.“

 

(24. September 2017) SPD-Bundesvize Manuela Schwesig: „Für uns endet heute die große Koalition.“

 

(24. September 2017) Fraktionschef Thomas Oppermann: „Der Platz der SPD ist in der Opposition.“

 

(24. September 2017) Martin Schulz: „Wenn wir nicht in die Opposition gehen, wird die AfD-Oppositionsführer. (…) Wir sind das Bollwerk der Demokratie in diesem Land.“

 

(25. September 2017) Martin Schulz: „Ich glaube, dass Angela Merkels Ende der Amtszeit begonnen hat - gestern Abend um 18 Uhr. (…) In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nie eintreten.“

 

(27. September 2017) Andrea Nahles: „Aber ab morgen kriegen sie in die Fresse.“

 

(19. November 2017) Martin Schulz: „Der Wähler hat die große Koalition abgewählt. (…) Die SPD hat staatspolitische Verantwortung in dieser Republik in einer Weise wahrgenommen, an der sich die Jamaika-Verhandler ein Beispiel nehmen können.“

 

(20. November 2017 nach dem Jamaika-Aus) Martin Schulz: „Wir halten es für wichtig, dass die Wählerinnen und Wähler unseres Landes die Lage neu bewerten können. (…) Wir stehen für den Eintritt in eine Große Koalition nicht zur Verfügung. (…) Wir halten Neuwahlen für den richtigen Weg.“

 

(22. November 2017) Martin Schulz: „Die SPD ist sich vollständig ihrer Verantwortung in der momentan schwierigen Lage bewusst. (…) Ich bin sicher, dass wir in den kommenden Tagen und Wochen eine gute Lösung für unser Land finden.“

 

(24. November 2017) Martin Schulz: „Wir waren uns einig, dass ich einer Einladung des Bundespräsidenten zu Gesprächen mit anderen Parteivorsitzenden selbstverständlich folgen werde. (…) Es gibt keinen Automatismus in irgendeine Richtung. Sollten die Gespräche dazu führen, dass wir uns in welcher Form und Konstellation auch immer an einer Regierungsbildung beteiligen, werden die Mitglieder unserer Partei darüber abstimmen.“

 

(7. Dezember 2017 beim Parteitag in Berlin: Wiederwahl von Martin Schulz mit 82 % der Stimmen) „Wir müssen nicht um jeden Preis regieren. Aber wir dürfen auch nicht um jeden Preis nicht regieren wollen.“

 

(12. Januar 2018) Martin Schulz: „Ich glaube, dass wir hervorragende Ergebnisse erzielt haben.“

 

(21. Januar 2018) Andrea Nahles: „Neuwahlen sind mit vielen Risiken und Nebenwirkungen behaftet. Das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik wäre insgesamt erschüttert. Wir wären in einem Wahlkampf in einer sehr defensiven Lage. Manche glauben, die SPD könne sich nur in der Opposition erneuern. Das ist aber ein Fehlschluss. (…) Operativ lässt sich Europa nicht von der nationalen Ebene aus steuern. Die Wegmarken zu einer Trendwende in der europäischen Steuer- und Sozialpolitik aber sind festgelegt. Die deutsche Europapolitik wird anders sein als in den letzten zehn Jahren.“

 

(7. Februar 2018) Martin Schulz: „Ich habe mich gefragt, ob ich mein Amt in dem Maße ausüben kann, wie meine Partei es erwartet. (…) Sigmar Gabriel hat eine sehr gute Arbeit als Außenminister geleistet, aber ich habe mich entschieden, in die Bundesregierung einzutreten und zwar als Außenminister.“

 

(8. Februar 2018) Sigmar Gabriel: „Was bleibt, ist eigentlich nur das Bedauern darüber, wie respektlos bei uns in der SPD der Umgang miteinander geworden ist und wie wenig ein gegebenes Wort noch zählt. (…) Ich habe das Amt des Außenministers gern und in den Augen der Bevölkerung offenbar auch ganz gut und erfolgreich gemacht. Und da ist es ja klar, dass ich bedauere, dass diese öffentliche Wertschätzung meiner Arbeit der neuen SPD-Führung herzlich egal war. (…)Ich komme wohl noch zu sehr aus einer analogen Welt, in der man sich nicht immer nur umschleicht, sondern sich einfach mal in die Augen schaut und die Wahrheit sagt. Das ist scheinbar aus der Mode gekommen. (…) Für mich beginnt jetzt eine neue Zeit. Meine kleine Tochter Marie hat mir heute früh gesagt: ‚Du musst nicht traurig sein, Papa, jetzt hast Du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht.‘“

 

(9. Februar 2018) Martin Schulz: „Daher erkläre ich hiermit meinen Verzicht auf den Eintritt in die Bundesregierung und hoffe gleichzeitig inständig, dass damit die Personaldebatten innerhalb der SPD beendet sind.“

 

(20. Februar 2018) Andrea Nahles zum Problemhund Lima: „Ein Hund stimmt nicht mit ab.“

 

3. Aufgabe: Prognose des SPD Wahlergebnisses im Jahr 2021

 

Im letzten Schritt wurden die Studenten nun angehalten, Prognosen über den anstehenden Mitgliederentscheid und – sollte dieser den Weg für eine neue GroKo ebnen – über die Wahlaussichten der SPD bei den nächsten Bundestagswahlen abzugeben. Völlig überraschend wurde die Arbeitseinheit „Politische Kommunikation“ vor größere Schwierigkeiten gestellt, denn es bildeten sich zwei Konfliktparteien heraus, deren Positionen unversöhnlicher nicht hätten sein können. Es schien zudem so, als wäre bei einem Teil der jüngeren Leute ein ganzes Weltbild zerbrochen. Diese Vertreter hegten sogar Zweifel daran, ob die SPD überhaupt noch einmal 10 Prozent der Stimmen erhalten könne. „So viel Dummheit, Vergangenheitsvergessenheit und Charakterlosigkeit kann es doch gar nicht geben“, hieß es aus jener Gruppe. Andere – meist ältere Semester – provozierten mit der These, Andrea Nahles werde ihre Ankündigung bald wahrmachen und als nächste Bundeskanzlerin die Richtlinien der Politik bestimmen: „Was interessiert Politiker denn ihr Geschwätz von gestern“, fragten sie in die Runde und ergänzten, „und was wissen die deutschen Wähler denn in drei Jahren noch vom SPD-Chaos dieser Tage? Bald wird Andrea Nahles zur Parteivorsitzenden gewählt und die Wende einleiten. Mit ihrer rhetorischen Brillanz hat sie alle Mitbewerber ausgestochen; ihre intellektuelle Tiefe wird wesentlich dazu beitragen, die SPD wieder auf ein höheres inhaltliches Niveau zu führen. Wenn sie, wie im Roman ‚1984‘ beschrieben, der ‚Welle des Verstehens‘ noch eine ‚Welle der Begeisterung‘ nachfolgen lässt, dann liegen dieser charismatischen Frau die Menschen zu Füßen!“


11. Februar 2018

 

Zitate zum Nachdenken von Roland Baader und Susanne Kablitz

 

Roland Baader (* 14. Februar 1940; † 8. Januar 2012):

 

„Kapitalismus ist kein Konstrukt, kein bewusst entworfenes System, sondern die natürliche Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft diesseits der Steinzeit und der Feudalherrschaft. Wenn eine hinreichende Menschenzahl verstehen lernt, was Kapitalismus ist, wird die Zivilisation überleben. Wenn es beim weitverbreiteten Unverständnis bleibt, wird die Erde bestenfalls zu einem riesigen Gulag, schlimmstenfalls zu einem Großfriedhof.“

 

„Sozialismus ist ein Überfluss an Staat. Das bleibt dann der einzige Überfluss.“

 

„Je grösser der Papiergeld-Reichtum der Welt, desto grösser die Armut, die ihm folgen wird.“

 

„Das größte Unglück in der Menschheitsgeschichte? Das Staatsmonopol für das Geldangebot. Alle anderen Desaster sind Folgen davon.“

 

„Der Sozialstaat ist eine Utopie – und seine politische (d. h. gewaltsame) Durchsetzung entspricht einem Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Dieser Krieg kann mit privatem Geld genausowenig geführt bzw. finanziert werden wie militärische Großkriege mit Gold geführt oder finanziert werden konnten. Deswegen wurde ja der Goldstandard mit Beginn des Ersten Weltkriegs abgeschafft.“

 

„Schließlich geht es um ein Tausend-Milliarden-Geschäft. Die ganze (Öko-)Hysterie wird in Milliarden neuer Steuern münden, die allesamt durch die Hände von Politikern, Interessenverbands-Vertretern und Öko-Geschäftemachern gehen werden.“

 

„Das Märchen vom Retter Staat ist das Trojanische Pferd, mit dessen Hilfe die Herrschaftseliten die letzten Mauern um die Bürgerfreiheit schleifen werden.“

 

„Links ist ein Eintreten für linke Politik. Und rechts ist ein Eintreten für rechte Politik. Liberal aber ist eine Position gegen Politik.“

 

„Die Freiheit (und damit auch der Wohlstand) geht mehr an ihren falschen Freunden zugrunde als an ihren erklärten Feinden.“

 

„Selbstbestimmung ist die Essenz der Freiheit, nicht Mitbestimmung.“

 

„Lauwarm ist schrecklich. Beim Kaffee, bei Speisen, bei der Liebe, bei der Bildung, beim Eintreten für die Freiheit.“

 

„Hat jemand, der unablässig für die Freiheit eintritt, überhaupt noch eine Erfolgsaussicht? Eigentlich nur eine: die Selbstachtung nicht zu verlieren.“

 

„Das einzig wahre Menschenrecht ist das Recht, in Ruhe gelassen zu werden – von jedem, den man nicht eingeladen hat oder den man nicht willkommen heißt.“

 

„Eine Handlung kann nur moralischen Wert haben, wenn sie weder unter Zwang noch auf Kosten anderer erfolgt.“

 

„Entwaffne ein Volk und du hast vielleicht hundert Täter behindert – aber hunderttausend neue Opfer geschaffen.“

 

„Du misstraust dem Markt? Dann misstraust du den friedlichen Menschen und vertraust den Anhängern und Betreibern von Gewalt.“

 

„Gold ist Knoblauch gegen den Vampir Staat.“

 

„Die beste und schönste Definition für Liberalismus lautet: ‚Nicht Gott spielen zu wollen‘.“

 

„Für den wahren Liberalen und den echten Kapitalisten ist jedenfalls der Frieden der Vater aller Dinge, und nicht der Krieg. Der Krieg ist die unwürdigste, hässlichste, verachtenswerteste und satanischste Aktivität, die das Menschengeschlecht jemals entwickelt hat. Jeder politisch veranstaltete Schritt weg vom freien Markt ist zugleich ein Schritt hin zu Streit und Krieg.“

 

Susanne Kablitz (* 8. Februar 1970; † 11. Februar 2017):

 

„Es ist ein Jammer – jeden Tag beobachte ich, dass diese kleine Schar von aufrechten Zeitgenossen beständig sinkt und diese entweder resignieren oder sie sich im noch schlimmeren Fall dem Mainstream hingeben und das verachten, was Vorfahren unter Einsatz ihres Lebens mit Händen und Füßen verteidigt haben. Es sieht zunehmend so aus, dass die Bequemlichkeit und das stille Einverständnis in eine von oben aufoktroyierte `Wahrheit´, die uns mit ihren Tentakeln umschlingt, bei den Menschen immer mehr Zustimmung findet. Wir scheinen es fast zu genießen, dass die menschenverachtende Wohlfahrtsstaatlichkeit und die paranoide soziale Gerechtigkeit uns höhnisch ins Gesicht lachen.“

 

„Wir haben nichts dazu gelernt, ganz im Gegenteil: Alle zarten Pflänzchen beginnender Freiheit zertreten wir mit wachsender Begeisterung für noch mehr Staat, noch mehr Gängelung, noch mehr Vorschriften. Diejenigen, die sich die Frage stellen, wie es sein kann, dass der Sozialismus trotz all seiner menschenverachtenden Mechanismen nicht tot zu kriegen ist, werden hier (im Buch : Kreide für den Wolf) unzählige Gründe genannt. Diejenigen, die behaupten, der Sozialismus sei nur noch nicht richtig umgesetzt worden, sollten sich die Frage stellen: Wie denn noch außer in den geschätzten drei Dutzende Schattierungen und in unzähligen Menschenversuchen in der Vergangenheit?"

 

„Es gibt diesen Tag im Leben eines jeden Menschen, wo er sich einer Sache definitiv sicher ist. Wo er genau und 100%ig weiß, dass es so kommen wird, wie er es sich niemals gewünscht hat. Ein solcher Tag ist auf der einen Seite bedrückend, auf der anderen ungemein befreiend.“

 


Januar 2018

"So!"

 Eine Ankündigung oder einen (endgültigen) Haken machen

Der einleitende Ausruf „So“ ist in seiner Vielfalt kaum zu überbieten. „So?“, möchte man fragen, „stimmt das wirklich?“ Gehen wir das „So“ also einmal durch:

„So!“

Mit diesem energischen „So!“ drängt der Leiter einer Sitzung oder Konferenz die Teilnehmer dazu, ihre Gespräche einzustellen, weil es losgeht.

„Soooooh“

Mit einem langgezogenen „Soooooh“ wird darauf hingewiesen, dass der Spaß nun vorbei ist und die Leistungsüberprüfung oder eine Neueinführung jetzt stattfindet.

„Sa!“

Mit einem kräftigen „Sa!“ schickt man beispielsweise einen Artikel oder eine Bewerbung ab. Einer fundierten Arbeit folgt ein befreiendes „Sa!“, weil sich etwas unumkehrbar auf dem Weg befindet.

„Soooooohhhh“

Das konzentrierte „Soooooohhhh“ kündigt den Beginn von etwas Wichtigem an. Alle Sinne sind geschärft, der Fokus liegt einzig und allein auf dem, was jetzt kommt (eine Prüfung, eine extrem wichtige Phase im Geschehen usw.).

„Sohohoho“

Auf ein wieherndes „Sohohoho“ folgt meistens eine Überraschung oder eine Bestätigung.

„Szoaah“

Dieses zischende „Szoaah“ signalisiert das Ende einer Aufgabe. Mit großer Erleichterung kann man endlich einen Haken machen und stellt fest, dass sich das Hamsterrad für einen Moment etwas langsamer dreht.

„Saou!“

Mit diesem „Saou!“, das fast wie „Sau“ klingt, hat man es dem Gegenüber gerade kräftig gezeigt.

„Ssssooooohhhh“

Das tiefe „Ssssooooohhhh“ strotzt vor Zorn und Entschlossenheit. Dabei muss es nicht einmal ausgesprochen werden. Jemand hat sich eine Sache lange genug angeschaut und viel ertragen. Nur ist damit jetzt unwiderruflich Schluss! Es ist kein „So“, das leichtfertig und ohne Abwägen seiner Konsequenzen verwendet wird. Es ist das „So“, das kein Zurück kennt und immer häufiger vorkommt. Es ist das gefährlichste „So“, das es gibt!